DIE UN-MILLENNIUMENTWICKLUNGSZIELE

„Die Weltlandwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“

Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung und Autor des Buches „Das Imperium der Schande“


Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der UNO, der Weltbank, der OECD und mehreren NGOs erarbeitete im Jahr 2001 eine Liste von Zielen zur Umsetzung der Vorgaben der UN-Millenniumerklärung. Diese acht Ziele für das Jahr 2015 wurden als Millennium-Entwicklungsziele (englisch Millennium Development Goals, MDGs) bekannt:

Die Beseitung von extremer Armut und Hunger

Ziel 1: Bekämpfung von extremer Armut und Hunger
Wann ist ein Mensch extrem arm? Wer die Armut bekämpfen will, muss wissen, wogegen er antritt. Durch neue Daten über die Preisentwicklung in den Entwicklungsländern hat die Weltbank die Armutsgrenze vergangenes Jahr angehoben. Als extrem arm gilt jetzt, wer weniger als den Gegenwert von 1,25 US-Dollar pro Tag zum (Über-)Leben zur Verfügung hat. Bisher war es ein Dollar. Durch den neuen Wert ist die Zahl der Armen noch höher, als zuvor. Mehr


Primarschulbildung für alle

Ziel 2: Primarschulbildung für alle
Bildung ist ein Schlüssel für eine gerechtere Welt. Wer Wissen hat, wer lesen, schreiben und rechnen kann, wer sich informieren kann, ist weniger auf andere angewiesen, weniger anfällig für Ausbeutung und kann Gelegenheiten nutzen, sich selbst aus der Armut zu befreien. Mehr


Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen

Ziel 3: Gleichstellung der Geschlechter / Stärkung der Rolle der Frauen
Für Frauen ist Bildung besonders wichtig. Denn Bildung macht selbstbewusst. Und selbstbewusste Frauen bilden leichter Netzwerke und begehren schneller gegen ungerechte Situationen auf. Mehr


Senkung der Kindersterblichkeit

Ziel 4: Senkung der Kindersterblichkeit
Tick, tack, tot. Tick, tack, tot. Tick, tack, tot: Alle drei Sekunden stirbt ein Kind. Die Todesursache ist oft eine vermeidbare Krankheit, die durch mangelhaften Impfschutz, verschmutztes Wasser oder unhygienische Lebensbedingungen hervorgerufen wird. Mehr


Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Mütter

Ziel 5: Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Mütter
In den Entwicklungsländern stirbt eine von 48 Frauen bei der Entbindung. Die schockierende Quote hängt auch damit zusammen, dass Frauen dort oft viel zu früh – etwa im Alter von 12 bis 14 Jahren – verheiratet werden. Mehr


Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten

Ziel 6: Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten
Allein Malaria tötet in Subsahara-Afrika alle 30 Sekunden ein Kind. Nimmt man weitere Krankheiten hinzu, wird die Statistik noch schockierender. Mehr


Ökologische Nachhaltigkeit

Ziel 7: Ökologische Nachhaltigkeit
Im Kampf ums Überleben und beim Aufbau einer blühenden Wirtschaft ist die Umwelt scheinbar nur im Weg. Ein fataler Trugschluss. Mehr


Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung

Ziel 8: Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung
Was ist Entwicklungshilfe: Milde Gabe, Schaffung neuer Absatzmärkte oder Mittel zur Armutsbekämpfung? Ziel 8 überträgt den Industrie- und Entwicklungsländern die gemeinsame Verantwortung für den „global deal“ der Armutsbekämpfung. Mehr


Um die Erreichung dieser Ziele messbar zu machen, legten die Verfasserinnen und Verfasser der Erklärung 18 Unterpunkte und 48 Indikatoren sowie 1990 als Basis- und 2015 als Zieljahr fest (Mehr siehe Links bei den einzelnen Zielen). Es ist also möglich, die Erreichung der Ziele zu beobachten – und einzufordern.

Die Ziele 1 bis 7 nehmen die Entwicklungsländer in die Pflicht: Sie müssen ihre – oftmals gar nicht so knappen – finanziellen Mittel für die Armen einsetzen, die Korruption bekämpfen, Gleichberechtigung und demokratische Prozesse fördern. Ziel 8 verpflichtet die Industrieländer dazu, ihre wirtschaftliche Machtstellung für eine Gleichberechtigung aller Länder zu gebrauchen.

Das bedeutet: Mehr Geld für eine qualitativ bessere Entwicklungshilfe, wirksamer Schuldenerlass, die Unterstützung von Regierungen, die die Armut in ihrem Entwicklungsland aktiv bekämpfen. Und es erfordert den Abbau von Handelshemmnissen, damit arme Länder eine echte Chance auf dem Weltmarkt haben.

RELEVANTE INFORMATIONEN

WAS IST DIE UN-MILLENNIUMKAMPAGNE?

Die Regierungen haben im Jahr 2000 auf dem UN-Millenniumgipfel versprochen, die Armut entscheidend zu verringern. Deshalb haben die Vereinten Nationen acht konkrete und messbare Ziele zur Armutsbekämpfung festgeschrieben. Diese "Millennium- Entwicklungsziele" setzen klare Vorgaben. Die UN-Millenniumkampagne in Deutschland engagiert sich seit Anfang 2005 für die Umsetzung der Millenniumsziele. In enger Kooperation mit anderen entwicklungspolitischen Akteuren wird das öffentliche Interesse geweckt und der Kampf gegen Armut verstärkt. Beauftragte für die UN-Kampagne in Deutschland ist Dr. Renée Ernst.